Gelungener Abend mit zahlreichen Gästen: Gudrun Pausewang las in der Fraurombacher Kirche

FRAUROMBACH. Auf Einladung des Fördervereins Fraurombacher Wandmalereien las Gudrun Pausewang am 29. November in der Kirche in Fraurombach aus ihrem Werk.
Die Veranstaltung, die unter dem Motto "Heiter und ernst wie das Leben" stand, hatte erneut zahlreiche Besucher in die Kirche geführt. Die Anwesenden wurden von Wilhelm Hoch als stellvertretendem Vorsitzenden des Fördervereins begrüßt. Dieser hieß insbesondere Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer als Vertreter der Stadt sowie den Fraurombacher Ortsvorsteher Alexander Altstadt und Gerhard Marx vom Ortsbeirat herzlich willkommen.
"Heiter und ernst wie das Leben" - dieses Motto passte gut zu den von Gudrun Pausewang ausgewählten Texten. Dabei machten die eindringliche Stimme der Schriftstellerin ebenso wie ihr Vortragsstil die Veranstaltung für die Zuhörer zu einem unvergesslichen Erlebnis. Der Kanon der Erzählungen folgte keiner festgelegten Thematik, sodass seine Bandbreite unterschiedlichste Situationen des menschlichen Lebens umfasste.
Die meisten Geschichten hatten, passend zur beginnenden Adventszeit, einen biblischen oder allgemein weihnachtlichen Hintergrund. So erfuhr man von der mühseligen Obdachsuche Marias und Josefs in Bethlehem aus der ungewohnten Perspektive eines Wirts, der um das Ansehen seines Hauses fürchtete, wenn er das aus dem einfachen Volk stammende Paar aufnehmen würde. Traurig wirkte wiederum die Geschichte eines reichen Mannes, der als Weihnachtsmann versucht, arme Kinder mit Geld zu beschenken und am Heiligen Abend ins Gefängnis gerät, weil man ihn für einen Dieb hält.
Überwiegend witzig waren dagegen die Schilderungen nicht allzu realitätsferner familiärer Situationen. So wurde erzählt, wie ein Verlegenheitsgeschenk zu Weihnachten im Laufe des Jahres seinen Weg durch den halben Verwandten- und Freundeskreis der schenkenden Familie und der beschenkten Tante findet, um am Ende wieder bei den ursprünglichen Eigentümern anzukommen. Parodistische Züge trägt dabei die Geschichte eines deutschen Ehepaars, das in den Tropen krampfhaft versucht, eine "deutsche Weihnacht" zu zelebrieren und sich am Ende unter dem festlich geschmückten Weihnachts-Kaktus in einer einigermaßen grotesken Situation wiederfindet.
Darüber hinaus wurden auch zeitlose, nicht weihnachtliche Themen behandelt. Dabei ging es in anrührender Weise und mit zum Teil überraschenden Wendungen im Handlungsverlauf der Geschichten darum, wie Menschen, die von Schicksalsschlägen getroffen wurden, mit diesen umgehen. Der Zuhörer erfuhr, dass diese an sich unangenehmen und mitunter zermürbenden Situationen durchaus dazu beitragen können, Personen, von denen man dies nicht erwartet hätte, in positiver Weise zusammenzubringen und den Betroffenen neue Perspektiven für ihre Zukunft zu eröffnen.
Den Abschluss der Lesung bildete die autobiographische Darstellung des bescheidenen, aber dennoch wunderschönen Weihnachtsfestes, wie es die Schriftstellerin aus ihrer Kindheit im ostböhmischen Adlergebirge in Erinnerung hat.
Die Veranstaltung wurde durch das Geigen-, Flöte- und Orgelspiel von Minhild Altstadt, Heike Bölsch und Günter Hohmeier musikalisch umrahmt. Die drei Künstler trugen Werke von Georg Telemann, Dario Castello und Johann Joachim Quantz vor und rundeten damit die besinnliche Atmosphäre des Abends in besonderer Weise ab.
Im Anschluss an den letzten Teil des musikalischen Vortrags bedankte sich die Vorsitzende des Fördervereins Margit Krenn bei Gudrun Pausewang ebenso wie bei den Musikern dafür, dass sie mit dieser Veranstaltung unentgeltlich das Anliegen des Vereins unterstützten. An diesem Abend sei es einmal mehr gelungen, den kulturellen Wert der Fraurombacher Kirche einer erfreulich großen Zahl von Besuchern nahezubringen.


Autorin Gudrun Pausewang las in der Fraurombacher Kirche.


Wilhelm Hoch, zweiter Vorsitzender des Fördervereins Heraklius-Wandmalereien,
begrüßte im Namen des Vereins die vielen Zuhörer.


Es war ein Genuss, der Autorin zuzuhören. Fotos: be


Musikalische Begleitung der Lesung durch das Trio Heike Bölsch (Flöte) Minhild Altstadt (Orgel) und Günter Hohmeier (Geige).

Veröffentlicht im Schlitzer Boten am 05.12.2008

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