Die Wandmalereien

 
Die Wandmalereien im Innern der Kirche sind ein einzigartiges Kunst- und Kulturdenkmal. Sie sind vermutlich um 1330 entstanden und stellen die mittelalterliche Legende über die Lebensgeschichte des byzantinischen Kaisers Heraklius dar.
 

Südwand - mittlerer Teil
(Foto: Pracher)
Im Zusammenhang mit der Heilig-Kreuz-Legende war Heraklius im Mittelalter als der erste Kreuzritter bekannt geworden, weil er während seiner Amtszeit das heilige Kreuz von den Persern zurückerobert und nach Jerusalem gebracht hat. Der Bildzyklus in Fraurombach veranschaulicht wie zahlreiche andere Beispiele in der mittelalterlichen Literatur und Kunst den Kampf gegen die Perser und die Rückführung des Kreuzes.
 
Allerdings geht der Bildzyklus in Fraurombach weit darüber hinaus. Es ist eine absolute Besonderheit, dass hier in Anlehnung an den mittelhochdeutschen Versroman Eraclius des Meister Otte (Anfang des 13. Jahrhunderts) auch Episoden aus der Kindheits- und Jugendgeschichte des Heraklius sowie der Geschichte der Kaiserin Athanais verbildlicht werden, die von wunderkräftigen Gaben und einem Ehebruch berichten. Die Übertragung dieser weltlichen literarischen Geschichte zeichnet den Fraurombacher Heraklius-Zyklus aus und macht ihn zu einem einzigartigen Beispiel für die bildliche Ausstattung eines Kirchenraumes.
 

Technik

Bei der Maltechnik handelt es sich um eine Mischung aus Fresco- und Seccotechnik (fresco = frisch, d.h. auf den frischen Putz aufgetragen im Gegensatz zu secco = trocken, d.h. auf den trockenen Putz aufgetragen). Die letzten, das Werk vollendenden Malschichten sind heute verloren, so dass der Gesamteindruck der Wandmalereien von den versinterten, einst in Seccotechnik geschaffenen Resten der polychromen Farbgebung bestimmt wird und auf der Nordwand vor allem Umrisszeichnungen zu erkennen sind. Eine erst kürzlich durchgeführte maltechnische Untersuchung hat zudem partiell unterschiedliche Maltechniken und Malmittel aufgezeigt, die auf unterschiedliche Hände oder auch Veränderungen in einem fortschreitenden Herstellungsprozess hinweisen könnten (Maßnahmenbericht von Dipl. Restaurator G. Pracher zu den im August 2006 ausgeführten Arbeiten). So folgen etwa auf Vorzeichnungen mit Kohle, die teils secco, teils fresco aufgetragen oder auch eingeritzt sind, rote oder schwarze Umrisslinien.

Entdeckung und frühere Restaurierungsmaßnahmen

1901 entdeckte Professor Carl Bronner aus Mainz bei Aufnahmen für das "Kunstdenkmälerwerk Hessen" Spuren von Wandmalereien. Diese wurden 1902 unter seiner Leitung freigelegt. Im Zuge verschiedener Restaurierungsmaßnahmen in den 1920er und 1950er sowie 1987/88 wurden die Wandmalereien gereinigt, aufgefrischt und konserviert, stellenweise auch ausgebessert. Die bisher letzten Maßnahmen wurden Ende August 2006 durchgeführt. Erläuterungen dazu finden Sie unter Ziele und Maßnahmen.